Revolution? In Deutschland bestimmt nicht!

© Fotograph Hanspeter Bolliger - www.pixelio.de
Alle reden vom Aufstand. Wir nicht ! Michael Sommer, Gesine Schwan und ihre Nachbeter haben Unrecht, wenn sie von sozialen Unruhen schwadronieren. Sie übersehen die Besonnenheit der deutschen Arbeiterbewegung und der Firmenchefs. ( Sicher nur Besonnenheit ! Die sind so besonnen, dass man es gar nicht mehr aushalten kann vor lauter Menschenfreundlichkeit und Mitleid ! ) Die Krise hat hierzulande gesellschaftlich sogar ihr Gutes ( Oh ja und wie gut ! ).
Deutschland im Herbst 2009
- Die Arbeitslosigkeit klettert unaufhaltsam in Richtung fünf Millionen ( Fünf Millionen? Tendenz ständig steigend! Sagen wir doch mal die genaue Zahl, nämlich schon 12 Millionen und wenn alles dicht macht, na dann ” Gute Nacht Deutschland ” – immer schön bei der Wahrheit bleiben ! ).
- Verunsicherte Sparer stürmen die Banken. Beim Versuch, die besetzten Fiat-Werke in Bochum und Rüsselsheim zu räumen, wird die Polizei mit Steinen und Molotowcocktails zurückgetrieben.
- Im Südwesten kollabiert der Immobilienmarkt, weil arbeitslose Metaller ihre Hypotheken nicht mehr bedienen können.
- In Stuttgart randalieren daraufhin zornige Häuslebauer und plündern mehrere Sexshops ( Interessant ! Nennt man Banken jetzt schon Sexshops ? Nun ja wenn es denn so benannt wird ? Man ist ja lernfähig ! ).
- In Frankfurt besetzt eine bestimme Gruppe von Demonstranten den Flughafen. Das Kanzleramt in Berlin wird von deutschnationalen Globalisierungsgegnern belagert, die den Austritt aus der EU und die Ausweisung aller Muslime fordern.
- Täglich kommt es zu Schlachten mit linken Gegendemonstranten. Innenminister Wolfgang Schäuble fordert den Einsatz der Bundeswehr ( Vielleicht sogar mit Schießbefehl gegen die eigene Bevölkerung ? ).
- Der Möchtegern, saarländische Ministerpräsident Oskar Lafontaine bekundet “Verständnis für den gerechten Volkszorn”. Die SPD solle sich zum Nahles-Papier bekennen, das eine rot-rote Regierung nach der Bundestagswahl vorsieht ( Schrecklich und unvorstellbar ! ).
- Noch-Kanzlerin Angela Merkel wird in Brüssel als mögliche Präsidentin der EU-Kommission gehandelt ( Oh, wie schlimm wäre dieses – Man möge uns verschonen. Schon jetzt ein Kraus, diese Vorstellung – Mit was will man uns noch quälen ? ! ).
Deutschland im Frühling 2009
- Das Land badet in rosaroten Kirschblüten ( Sagen wir besser im Morast, einer verabreichten und verordneten Fangopackung gegen Lügenbeulen am ganzen Korpus Deutschland ! ).
- Eine Warnung des DGB-Chefs Michael Sommer vor möglichen – “Sozialen Unruhen” – führt zu zornigen Reaktionen bei den Unternehmern ( Untragbar für diese Lobbyisten ! ).
- Die SPD fällt erwartungsgemäß in das Sommerloch ( Da liegt sie schon sehr lange und hoffentlich die anderen ” Volkszertreter – Parteien ” auch bald ! ).
- Und man streitet sich darum, ob der Gewerkschaftsboss Recht hat oder nicht.
Ansonsten ist das Land auffallend ruhig ( Noch ruhig ! ).
- Die Sozialdemokraten eröffnen den Wahlkampf, aber die Wähler strömen in die andere Richtung. Schwarz-Gelb hat laut Allensbach ( Getürkte Umfragen, je nach Parteizugehörigkeit ! ) eine Mehrheit von 51 Prozent ( Unvorstellbar – Damit muss Schluß sein – Alle auf Null % setzen, ist das Beste ! );
- Rot-Rot-Grün zusammen kommen auf gerade mal 45 Prozent, Tendenz: fallend.
- Der Popularitätsabstand zwischen der Kanzlerin und ihrem SPD-Herausforderer Frank-Walter Steinmeier beträgt 20 Prozentpunkte ( Viel zu Viel für beide – Am besten 0 % !). Wenn in Brüssel noch nicht über einen Posten für ihn nachgedacht wird, so deshalb, weil die SPD die Hoffnung noch nicht aufgegeben hat, im Herbst die große Koalition fortsetzen zu dürfen ( Diese Voraussetzungen werden hoffentlich nie mehr, für keine der ” Volkszertreter -Parteien ” erfolgen – Wir bitten darum ! ).
Amerikaner kauften Porsche auf Pump
Die Ruhe ist fast beunruhigend. Soeben haben die Wirtschaftsweisen ihre Prognosen kräftig nach unten korrigiert: Um sechs Prozent soll die deutsche Wirtschaft dieses Jahr schrumpfen ( Wirtschaftsweisen was ist das – Ein Märchen der Gebrüder Grimm ! ). Noch vor kurzem hielt die Regierung ein Minus von zweieinviertel Prozent für wahrscheinlich ( Von welcher Regierung ist hier die Rede ! ). Und das war schon schlimm. Nach einem “Krisengipfel” von 31 Männern mit grauen Schläfen plus Kanzlerin antwortet Finanzminister Peer Steinbrück auf die Frage, was zu tun ist: “Ich weiß es nicht.” ( Schlimm, sehr schlimm ! ) Als die US-Banken kollabierten, krähte Steinbrück noch schadenfroh, das sei das Ende der Vorherrschaft Amerikas auf dem Finanzsektor. Nun hat sich die Schadenfreude in blanke Angst verwandelt. Die Krise trifft ins Herz des Exportweltmeisters. Gewiss, die Amerikaner haben ihre Porsche auf Pump gekauft. Aber das heißt auch: Wir sind Exportweltmeister auf Pump. Wenn Amerikaner und Chinesen keine deutschen Edelautos und Maschinen kaufen, wird das Modell Deutschland infrage gestellt ( Deutschland, ist nur ein Infragestellungsland – Im Zustand einer Bananenrepublik – Nicht mehr und nicht weniger ! ).
Es sind ja auch nicht Jobs in der Frittenbude, die wegfallen. Wenn in den nächsten 18 Monaten bis zu einer Millionen Menschen zusätzlich arbeitslos werden ( So lange wird es nicht mehr dauern – Sagen wir doch besser ein paar Milliönschen, das trifft besser und genauer zu ! ). Darunter sind allein 100.000 Metaller, viele von ihnen hoch qualifiziert und gut bezahlt. Jetzt erlebt Deutschland die erste Krise im Zeichen von Hartz IV. Wozu ist ein Werkzeugmacher fähig, der jetzt 2800 Euro verdient, aber Angst haben muss, nach zwölf Monaten mit 347 Euro im Monat auskommen zu müssen? ( Ist doch schön. Da werden wohl endlich alle wach und viele wissen dann auch mal, wie man mit Hartz IV. toll leben kann. Nur Eigenerfahrung macht Menschen zu wahren und ehrlichen Mitstreitern ! ).
Wir stellen ein: Bodyguards
Ein DGB -Chef macht zwar keinen heißen Sommer. Aber hat er Recht? Ja, meint SPD-Präsidentschaftskandidatin Gesine Schwan, die eine “explosive Lage” ausmacht – die vermutlich nur sie von Schloss Bellevue, dem Präsidentensitz in Berlin, aus entschärfen kann ( Interessant ! ). Ja, meint auch Reinhold Würth. Der Inhaber des Schraubenherstellers Würth hat nach dem “Einbruch des Welthandels” Angst vor “bürgerkriegsähnlichen Zuständen”. Ja, meint auch Reiner Einenkel. Der Betriebsratsvorsitzende von Opel-Bochum verweist in einer bekannten Tageszeitung auf das “Bossnapping” in Frankreich und meint, auch hierzulande könnten “die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden” ( Könnte er sogar Recht haben ! ).
Das erhoffen sich natürlich auch die Berufsquerulanten von einer bekannten Aktivistengruppe und der Linkspartei. Nicht ohne Grund, meint Walfried Sauer. Bei seinem Risiko-Consulting-Unternehmen melden sich immer mehr Leute, “besonders aus dem Top-Management”, die sich “auf eine Verschärfung der Lage einstellen”. Wir stellen ein: Bodyguards. Sauer weiß von Drohanrufen und Drohbriefen gegen Bankvorstände, Schmierereien an Privathäusern, demolierten Firmenwagen und zerstochenen Reifen zu berichten. Vor kurzem wurde der Finanzvorstand eines Unternehmens von einem Familienvater überfallen, der ihm ein Messer an die Kehle hielt. Der Angreifer hatte in Aktien des Unternehmens investiert und nach einem Kurzsturz seine ganzen Ersparnisse verloren.
Das gesellschaftliche Störpotenzial verzweifelter Kleinaktionäre dürfte eher gering sein ( Wer es glaubt, kommt auch in den Himmel ! ). Dennoch verfällt die bekannte Tageszeitung vor lauter Vorfreude auf Rabatz in eine Alliterationsorgie. “Wenn aus der Wut Widerstand wächst” titelte sie gestern, ohne zu sagen, was dann ist.
Wenn wichtigtuerische Windbeutel wabern, könnte man zurückalliterieren, wird der Wissende wütend. ( Sehr richtig – Man fragt sich nur, wer hier die Windbeutel sind und wo sie sind? ! ) “Tatsache ist, dass etwa in der Metallindustrie die Zahl der Beschäftigten noch der des Vorjahres entspricht, obwohl die Aufträge im Januar und Februar um 40 Prozent sowie die Produktion um 26 Prozent sanken”, so der Chef des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, Martin Kannegiesser. Und Hannes Hesse vom Verband Deutscher Maschinen – und Anlagenbau ergänzt: “Selbst schlecht ausgelastete Unternehmen bauen gegenwärtig eine Beschäftigungsbrücke – obwohl sie die andere Seite des Tales noch nicht einmal sehen.”
“Stimmungsmache”, “Klassenkampfrhetorik”
Sommer liege “völlig daneben”, sagt Michael Popp, Inhaber des Naturarzneimittelherstellers Bionorica ( Ja, ja die guten Lobbyisten aus der Pharmaindustrie – Ein Fall für sich ! ). Das sei “ein Beweis für die fatale Neigung der Deutschen, alles zu verschlimmern” ( Wir sind nicht so dumm wie dieses angenommen wird !). Andere Unternehmer und Verbandsvertreter bezeichnen Sommers Warnung als “unsinnig”, “grober Unfug und reine Vorwahlpropaganda”, “leichtfertig und unverantwortlich”, “unqualifizierte Stimmungsmache”, “Klassenkampfrhetorik” und “Katastrophengerede” ( Immer wieder die selben Lobbyisten – man kann sie nicht anders bezeichnen als einfach nur systemgefügig ! ). Deutschlands Unternehmer meckern aber nicht nur pflichtgemäß über den Gewerkschaftsführer, der pflichtgemäß die schwielige Faust aus der Tasche holt. Sie tun was, um ihre Belegschaften zu halten ( Darf man mal laut lachen? ). Im Maschinenbau sollen gerade mal 25.000 der fast 975.000 Jobs bis Jahresende wegfallen. Und das nicht allein aus einem Gefühl der Partnerschaft oder gar “aus staatsbürgerlicher Verantwortung”, wie Unionsfraktionschef Volker Kauder mutmaßt ( Ach ja Herr Kauder – Ganz einfach abharken diesen Mann ! ), sondern aus dem verlässlichsten aller Motive, dem guten alten Eigennutz: “Die Unternehmer haben noch immer den Fachkräftemangel der vergangenen Jahre im Hinterkopf”, sagt Olaf Wortmann, Konjunkturexperte beim Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau. Früher “waren viele Maschinenbauer in einer Aufschwungphase schon früh nicht mehr lieferfähig, weil sie zuvor ihr Personal zu stark abgebaut haben. Das soll diesmal nicht passieren.” Dann nämlich, wenn die Amerikaner wieder Schulden machen und unseren Aufschwung finanzieren ( Oh interessant: Die Amerikaner finanzieren uns Deutschen den Aufschwung – Hoch interessant – Wo lebt dieser Mann denn? – Etwa auf dem Mond ? ! ).
Harte Zeiten für Revolutionäre
Ein unerwartetes Opfer der Krise ist die “Neidgesellschaft”, die den Stoff für tausend Talkshows abgab ( Unfassbar, diese Aussage – Neidgesellschaft – auf wen sollen wir denn neidisch sein? Etwa, auf unsere politische Führungselite und die Manager aus Konzernen ? ! ). “Unsere Mitarbeiter sehen täglich in den Medien, wie die Krise um sich greift”, sagt der Fertighaushersteller Johannes Schwörer. “Sie wissen, dass die angespannte Situation nicht auf Managementfehler zurückzuführen ist ( Wir fassen es nicht – Für wie blöd schätzt dieser Mann eigentlich die Arbeitnehmerschaft ein ?) Daher gibt es auch keinerlei Hass oder Unruhe.” .
Die IG Metall, die noch im Herbst massive Warnstreiks organisierte, um eine Lohnerhöhung von 4,2 Prozent durchzudrücken, empfiehlt jetzt, auf die volle Auszahlung einstweilen zu verzichten. Wenn Revolutionen das Produkt steigender Erwartungen sind, so müssen sich Revolutionäre auf harte Zeiten gefasst machen. Ohnehin ist die Besonnenheit der deutschen Arbeiterbewegung legendär. Zuweilen scheint sie in Behäbigkeit abzugleiten. So mancher, der als Student den Aufruhr südländischer Arbeiter bewunderte, lernt als Arrivierter diese Besonnenheit schätzen. Und erinnert sich, dass es die Arbeiter waren, die von 1918 bis 1924 und 1933 zur Republik standen, während Kleinbürger und Intellektuelle den radikalen Rattenfängern von links und rechts in Scharen nachliefen.
Deutschland im Herbst 2009. Die Deutschen wählen die große Koalition wieder ( Sicher nicht ! ). Der Aufschwung kommt, die Erwartungen steigen. Und die Regierung hat kein Geld mehr. Viel Spaß, Frau Merkel ( Ja und die Parteienlandschaft allgemein, nebst Ihren Wasserträgern und allen Lobbyisten aller Colör ! )!
Anmerkung der Redaktion Volksgewerkschaft :
Wir würden sagen, dem ist nichts mehr hinzu zu fügen? Oder doch ? Was glauben Sie ?
Sollten wir nicht langsam handeln, anstatt zu jammern und dem eigenen Irrglauben zu unterliegen:
” Es wird schon irgendwie gehen und der Kelch wird an uns auch ohne großen Schaden
vorübergehen “.
Im übrigen:
” Ein Kelch ( lat. calix ) bezeichnet ein robustes, henkelloses Gefäß “
Seien wir also ein Kelch, aus unserem Handeln heraus. Robust obendrein, wenn es darum geht unseren Volkeswillen zu verwirklichen, dieser verlogenen Abzockermentalität von Politikern und Lobbyisten ein Ende zu setzen und friedlich gemeinsam durchzusetzen ! Worauf warten wir noch ? Wir sind das Volk und wir stehen auf !
Eure Volksgewerkschaft























